Onesie? Ach, Schlafanzug!

Guck an. Diese Ganzkörperschlafanzüge für die Kinder, welche im hauseigenen Atelier munter vom Band laufen, obwohl darüber leider gar nicht mehr in alter Regelmäßigkeit berichtet wird, also diese vollkommen lässigen Teile haben einen eigenen Namen? Einen vollkommen unsinnig wirkenden, sich nicht intuitiv erschließenden gar?

Onesie. Soso.

Das ist interessant. Und wenn ich so ein wenig darüber nachdenke, finde ich das auch sehr angemessen. Es wird den Teilen durchaus gerecht. Sie haben ein eigenes Fremdwort verdient. Die Kinder schwärmen nämlich so dermaßen davon, dass sie auch in der ganzen Bekanntschaft fleißig Werbung machen. Die Nähmaschinen im Atelier, sie geben kaum noch Ruhe. Der Nachschub ist gesichert.

Es ist nur wichtig, dass wir irgendwann die Kurve kriegen und die Produktion einstellen. Irgendwann sind auch die Kinder nämlich groß genug. Irgendwann ist einfach Schluss mit lustig. Ich spare mir hier lieber die schmutzigen Details. Die lesen Sie lieber drüben, beim oben schon verlinkten Blognachbarn nach.

Aus dem Regal: Ein Job ist ein Job von Chris van Harb

Da haben wir wieder einen, so einen Selbstpublizierer. Und er hat einen Text geschrieben. Das ist nicht weiter schlimm. Das machen sie alle so. Aber dieser hier gehört zur Spezies, die ihre Ware offenbar nur exklusiv bei Amazon anbietet. Eine Unsitte ist das. Aber sei’s drum. Immerhin gibt’s die Hörbuchversion an anderer Stelle. Wenn man sie denn findet. Die Homepage des Autoren ist zu dem Thema etwas verwirrend. Oder ich ihr nicht gewachsen. Das kann ja alles sein.

Dafür sage ich ganz klar und ohne groß drumherum zu reden: Die Hörbuchfassung kann ich sehr empfehlen. So gehören Texte eingesprochen. Und zwar nicht nur die von Selbstpublizierern. Da schwingt Elan mit. Da wird betont, wo betont werden muss. Da gibt’s dramatische Pausen. Und zwischendurch knallt mal laut ein Schuss. Zum Hören beim Autofahren passt dieses Stück somit nur bedingt. Aber mit so einer kleinen Vorwarnung sollte es doch gehen, oder?

Inhaltlich will ich gar nicht viel verraten. Die Geschichte ist ein Krimi, ein kurzer. Spannung ist drin. Und auch, wenn man sich die Auflösung bereits vorab denken kann, macht es Spaß, den Verwirrungen zu folgen. Was will man mehr?

Vielleicht möchte man die korrekte Reihenfolge beim Anhören kennen. Trotz der Kürze kommt das Hörbuch nämlich aufgeteilt auf drei Dateien. Und deren Abfolge steht nicht dran. Daher biete ich diese hier als kleinen Service an:

  1. Der Auftrag
  2. Der Job
  3. Das Finale

So schwer ist das ja auch wieder nicht. Also nur zu.

Auf die Ohren: Folge 17 des Büchergefahr-Podcasts

Folge 17 der Büchergefahr

Diese Woche gibt es keine Sonntagslinks. Diese Woche gibt es dafür eine neue Folge der Büchergefahr auf die Ohren. Im Podcast des Hauses geht es hierbei um ein Weihnachtsgeschenk von mir. Und es geht um eine Reihe von Erfolgs- und Motivationspunkten für das Schreiben.

Nur gut, dass diese Episode noch hübsch im Januar erscheint. Das ist gerade noch rechtzeitig, um all die guten Vorsätze für das Jahr vor ihrer vollkommenen Vergessenheit zu retten. Wie schön.

Viel Spaß beim Hören.

Wer braucht schon Schnee zum Skifahren?

»Etwa neun Jahre.«

»Zwanzig Jahre bestimmt schon.«

»Locker dreißig Jahre.«

Diese Zahlenspielereien, die man mit fortschreitendem Alter so erlebt, werden auch immer surrealer. Im hier vorliegenden Fall geht es darum, wie lange es her ist, dass man zum letzten Mal auf Skiern gestanden hat. Denn wir haben die Gunst der Stunde genutzt und den Charme der Südstaaten gelebt. Nach nur wenig Fahrzeit kommt man von hier aus bis hoch auf die Berge des Schwarzwaldes. Das ist allgemein recht unspektakulär. Aber manchmal passt es dann doch. und auch, wenn man es hier unten gar nicht glauben mag, liegt oben tatsächlich Schnee.

Dabei ist die Sache mit dem liegenden Schnee natürlich immer auch eine Frage, deren Antwort im Auge des Betrachters liegt. Der Skikursanbieter lobt die eher spärliche weiße Pracht zum Beispiel in den höchsten Tönen. Heute kommt uns bestimmt kein Schönwettertourist in die Quere. Wie großartig das denn wohl sei.

Das ist es tatsächlich. Wir sind unter uns. Dabei haben die Kinder ihren Hang ganz für sich allein. Und für uns Große setzt sich sogar ein Lift in Gang. Es ist faszinierend. Nach wirklich nur knappen neun Jahren dauert es gerade mal die ersten beiden Stunden, bis der Schwung wieder stimmt, bis die Strecke unter den Füßen nur so dahingleitet. Technisch sind wir dabei vollkommen sauber, versteht sich. Hier wird nicht einfach blind gerade den Abhang hinunter gerast. Wir spielen schließlich Such den Schnee! Immer mal wieder gibt es grüne Inseln auf der Strecke. Der Slalom ist fest einprogrammiert. Es ist ein großer Spaß. Für die ganze Familie.

Jetzt sind hier im Haus alle K.O. Vollkommen breit. Es geht nichts mehr. Morgen geht’s dann lieber wieder auf die Laufstrecke. Bekannte Sachen machen. Vertraute Übungen abspulen. Die lange Runde der Woche steht schließlich an.

Falls ich mich überhaupt noch bewegen kann.

Was man von der Wissenschaft noch lernen kann

Wer hätte es gedacht? Dieses Happiness-Studium ist super. Dabei wird man auf einmal wieder auf Texte gestoßen, dass es einem ganz schwindelig wird. Wie früher an der Uni. Hochgradig interessant ist das. Hach. Und obwohl es alles natürlich in hohem Maße fundiert ist, hat man es nicht nur mit Studien aus dem Elfenbeinturm zu tun. Nein, nein, wir haben hier durchaus Material vor uns liegen, das äußerst relevant für den Alltag ist. So heißt es im Text What Makes a Happy Parent:

Sometimes parenthood is good for happiness—but not always

Wundervoll. Endlich wäre das mal geklärt. Es geht doch nichts über klare Aussagen. Ein Hoch auf die Wissenschaft!

Sonntagslinks

Marathon? Lächerlich. Der nächste Spaß heißt Gifathon.

Eines lesen wir immer wieder: Erziehung ist in unseren modernen Zeiten quasi zu einem Businessplan verkommen. Da wird an den Kindern herumoptimiert, bis einem schwindelig wird. Das Phänomen gibt es, klar. Aber Ist das wirklich so verbreitet, wie man immer wieder liest? Oder füllen wir einfach nur freien Platz in Zeitungen und dem Internet? Es scheint mir manchmal ganz so.

Derzeit lese ich relativ viele Texte zum Thema Happiness. Es sind durchaus trockene Paper dabei. Aber auch viel Unterhaltsames. Und nicht alles ist eh-klar. Zur Frage, ob verheiratete Paare glücklich(er) sind, liest man glatt, dass sich diese auch gern mal auf den Keks gehen können. Aber ein paar Allgemeinplatz-Weisheiten helfen trotzdem, einander aktiv zuzuhören ist zum Beispiel eine gute Idee. Sehr schön ist auch der Begriff der hedonic adaptation. Den kann man noch bei vielen passenden Gelegenheiten hervorholen. Und falls man mal meint, zu glücklich durch das Leben zu schlendern, liegt das vielleicht daran, dass man sich die Probleme dieser Welt nicht adäquat genug visualisiert. Dabei könnte man ihnen zum Beispiel ein Gesicht geben. Und dann leiden.

Señora Das Nuf hat die glattgebügelten, ausgeglichenen und runden Artikel satt. Ich AOLe das mal: me too!

Und zum Schluss gibt es heute etwas ganz neues. Das hatten wir hier noch nie. Und davon wird es auch weiterhin an dieser Stelle wenig geben: Einen Link zu BuzzFeed. Aber wenn es darum geht, eine norddeutsche Hansestadt schönzureden, wollen wir mal nicht so sein.

Zeitansage

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, da hat mir jemand das Radiohören verdorben. Nein, es war niemand mit einem ganz furchtbaren Musikgeschmack. Das könnte man zwar ganz legitim annehmen, denn das meiste Gedudel, mit welchem man konfrontiert wird, falls man doch einmal ganz aus Versehen ein Radioempfangsgerät aktiviert, ist wirklich sehr unerträglich. Aber das war vor dieser langen Zeit gar nicht das große Problem. Das Drama lag vielmehr in einer ganz simplen Zeitansage. Denn so ein Sprecher-Experte im Radio hat tatsächlich gesagt:

»Es ist jetzt drei Minuten vor zehn nach halb.«

Ich habe ausgeschaltet, bevor es sieben Minuten bis viertel vor werden konnte. Und wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke, wie lange allein der obige Satz hängen geblieben ist, möchte ich lieber nicht erahnen, welche Folgeschäden es verursacht hätte, wenn ich nicht weggehört, sondern dieses gar unsägliche Geschwafel weiter auf meine Ohren einwirken lassen hätte. Sehr wahrscheinlich würde ich dann eher nicht in dieses Internet schreiben, sondern wohl vielmehr mit einem weißen Hemd und hinter dem Rücken verknoteten Armen in einer klinischen Umgebung irgendwo in der Ecke sitzen und leise wirres Zeug vor mich hin brabbeln. Das wäre sicher auch schön. Aber das mit dem Internet und dem Reinschreiben ist mir dann doch lieber.

Außerdem geht’s hier im Blog rein thematisch um die Kinder. Oft zumindest. Was könnte es schöneres geben? Eben.

Also höre ich ihnen zu. Das passt schon. Und es ist auf jeden Fall unterhaltsam, ganz egal, ob sie von dem Unfug erzählen, den sie in der Kita oder in der Schule treiben, von vergangenen sowie geplanten Mahlzeiten, von ihren Plänen für das Wochenende, die gemeinhin aus wir spielen die ganze Zeit durch und machen ansonsten vor allem gar nichts bestehen oder ob sie die dabei entstehenden Spielvariationen schildern, die sich dem Außenstehenden ohne Erklärung tatsächlich nicht erschließen. Es ist alles ein Quell der Freude, ein Fundus der Inspiration. Ich höre ihnen gern zu. Gelegentlich stelle ich sogar mal kleinere Nachfragen. Neulich zum Beispiel. Es war ein Tag, an dem der Sohn schon am frühen Nachmittag leicht müde wirkte. Der Tag war wohl schon lang. Wann er wohl aufgestanden sei, habe ich ihn gefragt.

»Um zwei Minuten vor viertel Sieben.«

Dem Sohn lasse ich das mal durchgehen. Mit dem Radiohören fange ich allerdings trotzdem nicht wieder an.

Sonntagslinks

Hängematten können wirklich wunderschön sein. Und diese hier ist auch noch so praktisch. Herrlich verrückt, man glaubt es kaum.

Man kann natürlich nicht nur in luftiger Höhe entspannt Abhängen. Nein, nein, auch alles andere kann man ganz ruhig und unverkrampft auf sich zukommen lassen. Das geht durchaus. Man muss gar nicht immer alles perfekt durchplanen. Welch Überraschung.

Trotz aller Entspannung sind wir Deutschen übrigens Weltmeister. In allen möglichen Bereichen. Man kennt es ja: dieses Loblied auf unseren Mittelstand. Was wir aber auch gut können, sind Discounter. Gegen die hatte sogar der Weltriese Walmart keine Chance und musste aufgeben. Und jetzt? Jetzt gilt das Hauptsache-billig-Mantra nicht mehr. Verrückte Welt.

Auf anderes bleibt jedoch Verlass. Auf Zoë Beck zum Beispiel. Was sie sagt, hat Hand und Fuß. Das ändert sich auch auch nicht laufend. Endlich mal eine Dame mit einer Meinung. Auch zu aktuellen Themen. Gerade zu aktuellen Themen. Konsequent. Davon gibt es viel zu wenig.

Dabei kann man ihr nicht vorwerfen, unüberlegt und übereilt zu handeln. Gar nicht. Dass machen auch jene hinter der Lean Media-Initiative nicht, wobei auch diese einen inspirierenden, erfrischenden und von der vorherrschenden Meinung befreiten Ansatz fahren.

Wir schließen mit Mut zum Chaos. Dass dieser ausgerechnet aus dem Umfeld der Organisation eines Flüchtlingslagers erwächst, ist bezeichnend. Und doch wieder inspirierend.

Bloß nicht anschwärzen lassen

Lernen im Alltag – was könnte es schöneres geben? Damit meine ich jetzt nicht das explizite Studieren in einem geordneten Kurs, wobei auch das nicht verkehrt ist. Nein, ich meine vielmehr das Lernen durch die bewusste Wahrnehmung der eigenen Umgebung. Denn wenn man nur aufmerksam genug durch die Gegend mäandert, stößt man auf so dermaßen viele anregende Inspirationen, dass einem ganz schwindelig werden kann. Es ist total verrückt. Und es klappt sogar bei den langweiligsten Alltagsbeschäftigungen. Dem Zuckeln über die Autobahnen hier in den Südstaaten zum Beispiel. Da sieht man Sachen, man kann sie kaum glauben.

So hängen an den Autobahnbrücken zum Beispiel nicht nur die diversen Spielarten von Blitzern herum, sondern auch große Plakate mit Belehrungstexten zum ordnungsgemäßen Fahrverhalten. Das ist per se gar keine schlechte Idee. Man hat beim Fahren schließlich eh nicht so viel zu tun, da kann man ruhig sein verkehrsrechtliches Allgemeinwissen ein wenig auffrischen. Sinnvollerweise sind die Texte jeweils prägnant auf den Punkt gebracht und stammen außerdem von diversen A-, B-, C- oder D-Klasse Promis. So lernt man beispielsweise von der lokalen Boxerin Regina Halmich:

„Ich fahre defensiv – damit komme ich über die volle Distanz.“

Das ist griffig. Das ist verständlich. Das kann man sogar den Kindern erklären. Da lässt sich obendrein noch eine Lektion über Metaphern einstreuen, über sprachliches Geschick, über den eigentlichen Sinn, über vornehme Zurückhaltung, die greift und sinnvoll ist, obwohl man eigentlich viel dicker auftragen könnte. Genau das eben nicht zu tun, ist die Kunst. Das ist Eleganz. Das hat Klasse. Und es ist alles reduziert auf ein Plakat an einer Autobahnbrücke.

Großartig.

Stünde an der nächsten nicht das hier:

„Wir fahren regelkonform, damit uns keiner anschwärzen kann.“

– Eure Mütter

Da wird es mit den sinnvollen Erklärungen schon schwieriger. Mit gutem Willen könnte ich jetzt den Passagieren auf der Rückbank etwas davon erzählen, dass Eure Mütter ein Komiker-Trio formen, man den Spruch also sicher rhetorisch gedreht verstehen sollte, dann würde es ganz komisch werden. Oder so.

Tatsächlich macht mir dieser Spruch jedoch viel eher klar, dass hier im Haus sämtliche Erziehungsmaßnahmen ins Leere gegriffen haben und alle Bestrebungen zur sinnvollen Entwicklung der Kinder schief gelaufen sind, wenn diese jemals einen Spruch wie den obigen abgeben. Denn entweder haben sie es dann selbst zum engstirnigen Fremdmeinungsbestimmer geschafft oder sie sind schlicht zu servilen Hörigen geworden, denen jedwede Fähigkeit zum Selbstdenken abhanden gekommen ist. Gerade prickelnd sind beide Vorstellungen nicht.

Aber immerhin habe ich durch den Spruch etwas gelernt. Für mich. So ganz nebenbei. Das ist ja auch viel wert. Rede ich mir jetzt ein.

Sonntagslinks

Es müssen ja nicht immer Fahrradvideos sein, nicht wahr? Ice-Car-Racing sieht auch sehr chic aus. Das scheint mir ein großer Spaß zu sein.

Radfahren ist natürlich trotzdem super, keine Frage. Und das nicht nur zum Spaß, nein, es geht selbstverständlich um knallhartes Business. Denn Radfahrer als Touristen geben vor Ort schlicht gern Geld aus. Sehr praktische Sache.

Was auch geht, ist Laufen. Dauerlaufen sogar. Nach neuesten Erkenntnissen ist das sogar ganz natürlich, physisch wie mental. Wer hätte es gedacht? Nach all der Evolution.

Dabei kann das mit dem Laufen nicht nur intuitiv und natürlich angegangen werden. Ach was. Man kann sich auch der Wissenschaft verschreiben und alles erst einmal gründlich durchanalysieren. Und immerhin: Es sind durchaus interessante Anregungen dabei, die Sache mit dem Mittel- und Vorderfußlaufen zum Beispiel ist ein großer Spaß. Ich empfehle das Ausprobieren wirklich sehr.

Wem das alles jedoch zu anstrengend klingt, der werfe abschließend schlicht einen Blick auf den Unterschied zwischen Lappen und Waschlappen. Echtjetztmal.