Aus dem Regal: Sachen machen von Isabel Bogdan

Wann waren Sie eigentlich das letzte Mal auf einer Party und haben dort schüchtern in der Ecke gesessen, dabei innigst hoffend, dass niemand Sie anspricht und vielleicht fragt, was Sie so für ein aufregendes Leben führen? Das ist schon länger her? Echt? Dann sind wir doch mal ehrlich: es liegt nur daran, dass Sie gar nicht mehr zu Partys gehen. Es könnte schließlich jemand kommen und fragen. Und wenn wir schon mal so ehrlich zueinander sind, gebe ich zu: Ich schreibe hier nur deswegen “Sie”, weil das “ich” irgendwie zu hart wäre. Vor allem für mich. Aber machen wir uns nichts vor: Mein Leben ist genauso langweilig wie Ihres. Da haben wir’s. Es ist ein Elend.

Cover Sachen Machen Zum Glück gibt es immer wieder goldene Nasen, die uns aus diesem Elend heraus helfen. Isabel Bogdan ist so eine. Sie hat offenbar ein großes Herz und einfach mal einen Haufen von den Sachen gemacht, von denen wir gern auf Partys berichten würden. Freiluftmusikveranstaltung in Wacken? Check. Einen Darm von innen angucken? Check. Souverän auf einer SM-Party abhängen? Check. Ein Schwein schlachten? Check. Die Ästhetik eines Windhundrennens bewundern? Check. Paddeln im Stehen? Check. Mit einem Rhönrad oder Segway fahren? Check.

Irre, was die Frau alles gemacht hat. Und unser Glück, dass man es jetzt einfach als Buch kaufen kann.

Also schlage ich vor: das nächste Mal, wenn wir uns alle nicht aufraffen können, aus dem Haus zu gehen und etwas Aufregendes zu erleben, dann holen wir uns einfach ein nettes Kaltgetränk, lümmeln uns auf die heimische Couch und stöbern im Buch Sachen machen der Dame Bogdan. Das liefert genug Stoff für souveränen Smalltalk auf den Partys des nächsten Jahrhunderts. Wenn uns überhaupt noch jemand einladen sollte, versteht sich.

4 Gedanken zu “Aus dem Regal: Sachen machen von Isabel Bogdan

  1. Ein interessantes Leben zu führen ist nicht schwer.
    Die erlebten Dinge jedoch interessant und publikumswirksam zu erzählen, dass ist eine Kunst, die auch nicht aus Büchern gelernt werden kann.
    Zudem möchte ich mich nicht mit den Erlebnissen anderer brüsten, wenn diese nur zu diesem Zwecke aufgeschschrieben werden.

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