Aus dem Regal: Remember, remember von Zoë Beck

Ein Kalender-Thriller. Hier haben wir die Novemberausgabe aus einer Serie von Krimis, die der Reihe nach monatlich erscheinen. Während man sich im ersten Moment möglicherweise dabei erwischt, kurz zu denken: Meine Güte, jetzt werden die Verlage kreativ und dabei leise vor sich hin seufzt, folgt kurz darauf zum Glück der Folgegedanke: Ein Glück.

Dabei möchte ich mich hier nicht groß über Verlage und ihre Sorgen in der aktuellen Textwelt verlieren. Dafür gibt’s schließlich bereits einen besser geeigneten Kanal. Aber ich möchte doch feststellen, dass auch in unseren modernen Zeiten Autoren noch Autoren sind und bei dem, was sie tun, am Ende Texte herauskommen. Die dürfen und sollen gern ihre Leser finden und von mir aus dürfen auch gern Verlage dafür aktiv werden.

Jetzt also Zoë Beck. Das ist eine recht umtriebige Autorin, was man nicht nur an ihrem recht omnipräsenten Auftreten rund um die derzeitige (E-)Buch-Lage der Nation sieht, sondern auch an dem Verlag den sie mit gegründet hat und natürlich den Büchern, die sie schreibt. Umtriebig, ich sagte es ja schon.

Remember, remember ist ein ein kleines Interludium zwischen zwei Romanen. Brixton Hill war der letzte, Schwarzblende kommt demnächst. Mittendrin gibt es diese Kurzgeschichte.

Es geht um eine junge Frau, die von einem Teil ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Früher hatte sie eine Freundin, eine ganz enge. Irgendwann haben sie sich jedoch aus den Augen verloren. Das passiert. Man kennt es ja. Doch plötzlich taucht die Freundin wieder auf. Oder möchte es zumindest. Leider verschwindet sie kurz vor der Ankunft. Und um dieses Verschwinden geht es den Rest der Geschichte. Es ist schließlich ein Krimi. Am Ende gibt es auch eine Auflösung. Es wird jedoch nicht alles gut, soviel sei verraten. Und bei aller Dramatik spricht das natürlich für die Geschichte.

Diese Geschichte zeigt, wie ein ein Zwischenwurf aussehen soll. Ach was, so soll ein Krimi aussehen. Klar gezeichnete Charaktere, eine ordentlich strukturierte Handlung, ein zumindest in Teilen überraschendes Ende. Wundervoll. Und dass dieser Text kein vollständiger Roman ist, spricht ebenfalls für ihn. Diese starre Vorgabe, dass man eine Geschichte nur in Form eines klassischen Romans erzählen kann, dessen Länge klar vorgegeben ist, ja durch ein Naturgesetz bestimmt wird, hat sich doch mittlerweile überholt, oder? Für papiergebundene Bücher hat das Romanformat ganz klare Vorteile. Das ist verständlich. In dem Fall darf das ruhig so sein. Aber hier, elektronisch, auf dem Telefon als Lesegerät? Hier passt’s auch kürzer, eben für zwischendurch.

Nur die Sache mit dem DRM hätte nicht sein müssen. Aber darüber habe ich mich schon an anderer Stelle aufgeregt.

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