Sonntagslinks

Jetzt müssen wir alle mal ganz mutig sein. Und uns vorstellen, wie das wohl war, als es noch keine Streamingdienste gab. Und als trotzdem jemand Musik verbreiten wollte. Irre Vorstellung, ich weiß. Aber es sah u.a. so aus, dass Leute zu Piraten wurden und von Booten vor der Küste aus sendeten. Sehr schön zu sehen am Beispiel von Radio Caroline.

Wenn wir schon mal bei den musischen Talenten sind: Sie sind nützlicher, als manche von uns gemeinhin so denken. In der Hochleistungs-IT zum Beispiel, denn Softwareentwicklung ist ein eher kreativer als algorithmischer Prozess.

Wem das jetzt zu abstrakt ist, der darf ein wenig darauf herumkauen, wie ein höheres Maß an Automatisierung wieder Arbeitsplätze zurück in heimische Gefilde bringen kann. Adidas macht da mal was.

Und da spielt viel Automatisierung mit. Das ist unfair? Ungerecht? Nicht wertig? Handarbeit wäre viel besser? Vielleicht. Wahrscheinlich jedoch eher nicht.

Bleiben wir bei der Wirtschaft. Jetzt bei der Schreibenden. Dort glauben einige noch immer, dass das wahrhaft Gute, Unerwartete und Neue ausschließlich in Verlagen und nicht im Selfpublishing stattfinden kann. Letzteres besteht schließlich nur aus großen Kapitalisten. Schlimm. Nach diesen kommt eigentlich nur noch der Weltuntergang. Eine dieser Kulturbanausen sagt kurioserweise dann jedoch, dass gerade das Selbstpublizieren Freiräume eröffnet, weniger kommerziell denken zu können, wenn man das denn einfach mal möchte. Man schlage das mal in dieser Form einem Verlag vor. Unterhaltung ist garantiert.

Vielleicht liegt das Übel aber auch hier wieder in der ganzen neumodischen Automatisierung. Welche in einem sehr lesenswerten historischen Abriss im New Republic zusammengefasst ist.

Es ist (mal wieder) kompliziert, scheint es.