Sonntagslinks

Was macht man eigentlich mit dem Müll, der so liegenbleibt? Auf Laufveranstaltungen zum Beispiel. Da gibt es nämlich die skurrilsten Sachen. Und es sind nicht nur die obligatorischen Trinkbecher, die viele naturverliebte Läufer mit erstaunlicher Leichtigkeit einfach um sich werfen. Nein, es sind manchmal auch ganze Gepäckstücke, die einfach liegen bleiben. Tja, was kann man mit denen wohl machen? Einen neuen Lauf veranstalten, ganz klar. Bei dem sich jeder einen solchen Rucksack schnappt und den Inhalt benutzt. Sehr unterhaltsam.

Die bezaubernde und meist erfrischend meinungsstarke Nina George hat den Frauenanteil in diversen Literaturfragen ausgewertet. Es sieht nicht gut aus. Ermittelt hat sie dieses Ergebnis durch tatsächliches Nachzählen. Das ist somit sehr faktisch, wofür man heutzutage ja schon dankbar sein muss. Auch wenn es schwer fällt, die Aussage in der Form zu glauben. Wenn ich mir die hier im Blog dokumentierte Lektüre so angucke, dann stammt zumindest gefühlt eine klare Mehrheit der Texte von Frauen. Und das nicht, weil es ein Auswahlkriterium ist, sondern weil es einfach sehr lesbare Texte sind. Komische Welt.

Weniger bezaubernd ist es, wenn MasterCard weiß, wie fett Du bist und dieses Wissen auch gern mit anderen teilen möchte. Wo waren jetzt nochmal die Argumente all jender, die gern das Bargeld abschaffen möchten? Nun ja.

Auch wenn ich natürlich jedwede thematische Nähe kategorisch abstreite, passt an dieser Stelle ein Interview mit Vincent Klink, dem Stuttgarter Sternekoch. Es ist schlicht schön, wie er dem bevormundenden Kennzeichnungswahn abschwört. Das gemeine Brot ist nunmal nicht glutenfrei, welch Überraschung.

Ist doch alles albern? So dumm sind wir Verbraucher und Kunden schließlich eh nicht? Nun, offenbar doch. Warum sonst sollte es nötig sein, auch nur darüber nachzudenken, Salzstreuer aus Restaurants zu verbannen? Es dauert nicht mehr lange und wir bekommen ein Gesetz, welches regelt, mit welcher Frequenz wir Ein- und Ausatmen sollen. Daran habe ich wenig Zweifel. Wir sind auf dem besten Weg dorthin.

Wobei die Hoffnung bekanntermaßen als Letzte stirbt. Immerhin behaupten viele von uns zumindest, sich ethisch und moralisch korrekt verhalten zu wollen. Das ist doch auch schon mal was.

Wer auch etwas macht, sind so manche lokale Startups. SoundCloud ist ein Vorzeigeexemplar davon, ganz ohne Silicon Valley. Und wird entsprechend gern totgeschrieben. Nun ja.

Ebenfalls aktiv ist Anne Hidalgo. Sie ist Bürgermeisterin von Paris und schafft Platz sowie Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer. In logischer Konsequenz gibt es mittel- bis langfristig weniger Autos in der Stadt. Aber es ergibt sich dann halt so und kommt nicht einfach nur als plumpes Fahrverbot daher. So ergibt das Sinn.

Wem das zu viel der Allgemeinpolitik ist, mag sich gern auf das Besinnen, was man selbst tun kann. Nämlich: Überhaupt etwas tun. Denn trotz all der Dramen des Alltags kann das schlichte Weiterarbeiten eine ganz hervorragende Idee sein. Dann mal frohes Schaffen.