Sonntagslinks

Das ist ein Interview mit Nina George bei der Leipziger Buchmesse. Dieses Gespräch hat somit zwei potenziell dominierende Themen: illegale Textkopien und die Unterdrückung von Frauen in der Textkultur. Nina ist bei beiden Themen recht meinungsstark, beides bringt sie auch hier wieder unter. Diese Meinung muss man dabei gar nicht immer so unbedingt und vollumfänglich teilen. Aber respektieren kann man sie, vor allem, weil sie so konsequent, so deutlich und durchaus auch argumentativ untermauert daher kommt.

Thematisch passend ist die Aktion eines Monats im Zeichen von Autorinnen. Und wir fragen uns jetzt mal ganz ehrlich: Wer sucht sich die Bücher wirklich nach dem Geschlecht der Autorin / des Autors aus? Ist das wirklich ein Ding? Meine Beobachtung sagt etwas anderes. Und so erlesen ist meine Textauswahl nun wahrlich nicht.

Wir achten ja beim Kauf von Texten noch nicht einmal auf den jeweils dahinter stehenden Verlag. Oder? Wobei das gar nicht immer ganz ungeschickt wäre, es doch ein wenig mehr zu tun. Zoë Beck und Jan Karsten bringen im Gespräch mit Jonathan Sendker von Stern Online ein paar Hintergründe aus Sicht von CulturBooks. Das ist nicht nur ganz schön hach, sondern auch informativ.

Das Gespräch wurde übrigens ebenfalls auf der Leipziger Buchmesse geführt. Bei dieser hat sich so manch einer ja an jenen gestört, sie sich anders als mit klassischen Anzügen kostümiert haben. Ich habe das kurz in der zugehörigen Folge aus dem Podcast des Hauses kommentiert. Nicht so elegant jedoch, wie Gabriel Vetter in seiner Kolumne für den Tagesanzeiger. Wundervoll.

Passend zum schönen Wetter kommen die ersten Beiträge zum Füllen des Sommerlochs. So lässt sich ein Gymnasiallehrer für Deutsch in der FAZ endlich mal wieder so richtig über den Untergang des Abendlandes aus, welcher sich aus unserer unfähigen Jugend ergibt, welche das Schreiben nach Gehör erlernen muss. Wo bleibt da der arische Drill, welcher uns im letzten Jahrhundert zu großen Erfolgen geführt hat? Zustände sind das, also wirklich.

Alles Nebenkriegsschauplätze, könnte man meinen. Wer schreibt heute schließlich noch? Nun, immer mehr, wie die NZZ feststellt, wenn auch an einem etwas pathologisch konstruierten Beispiel.

Irgendwie zählen sie halt doch noch, die guten alten Tugenden. Davon profitiert letztlich übrigens ein anderes, recht kulturkonservatives Lager: unser Mittelstand. Wird glatt wieder hip. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Auch voll im Trend sind ja die Veganer unter uns. Nicht zuletzt, weil sie immer und vollkommen aus Überzeugung handeln, Fleischesser jedoch schlicht reine Genussmenschen sind. Oder? Na, vielleicht nicht so ganz.

Zur moralischen Gewissensberuhigung werfen wir einen Blick in das Archiv. Und holen wenig Beruhigendes heraus: Der Sex nimmt ab, zumindest bei den Japanern. Und da diese gern hip sind und Trends setzen, sollte uns das durchaus Sorgen bereiten.

Dann mal einen frohen Sonntag.