Aus dem Regal

Heute: Die Mütter-Mafia und Friends von Kerstin Gier (Hg.), mit Buddenbohm-Beteiligung

Cover von 'Die Mütter-Mafia und Friends' Was bekommt man, wenn man 13 Frauen und zwei Männer zwischen zwei Buchdeckel presst? Genau: ein rosa Cover.

Und es ist genau das, wonach es aussieht: Strandlektüre. Und wer gar keinen vernünftigen Strand hat, wie wir hier in den Südstaaten, der darf das halt nicht lesen. Und wer das trotzdem macht, wird halt von den Nachbarn schief angeguckt. Von wegen rosa Cover, fehlendem Strand und den Südstaaten.

Aber da muss man wohl durch, wenn man sich unterhalten lassen will. Wie zum Beispiel mit dieser Episode aus dem Supermarkt:

»Sie geben mir sofort den Thymian zurück!«, rief ich.

»Nein«, sagte sie und stellte sich schützend vor ihren Wagen.

Ich war nicht bereit aufzugeben. Eher würde ich vorzeitige Wechseljahre akzeptieren.

»Ich zähle bis drei«, sagte ich nun, wie ich hoffte, gefährlich leise.

»Und dann?«, fragte sie süffisant.

Ich ging einen Schritt auf sie zu. »Und dann werde ich Ihnen die Schamlippen so lang ziehen, dass sie Wäsche daran aufhängen können«, sagte ich und erschrakt vor mit selbst, weil das ja relativ unflätig war und ein Stück weit asozial.

Passt schon. Also viel Spaß! Gern auch am Strand.


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Erziehungsfragen

Ein Sommertag. Wir sitzen draußen. Lehnen uns zurück, essen Beeren, trinken Eiskaffee, gucken ganz entspannt und wechseln ab und an ein Wort. Was man halt so macht. Als Familie am Sonntagnachmittag.

Muss Pipi! – sagt der Sohn plötzlich in einem Moment der Stille. Ganz unaufgeregt. Er bleibt auch sitzen, lässt seine Füße weiter baumeln und schlürft noch einmal entspannt an seinem Kaltgetränk. Erst dann lässt er sich elegant vom Stuhl gleiten und schlurft ins Bad.

Die Dame und ich: wir gucken uns kurz an und nicken leicht. Er macht das schon. – denkt jeder für sich. Da braucht man keine großen Worte drüber zu verlieren. Braucht er Hilfe, wird er sich schon melden. Wir lehnen uns noch etwas weiter zurück und machen es der Tochter nach, welche so tut, als ob sie von allem wenig mitbekommen hat und sich statt dessen mit voller Aufmerksamkeit jeder einzelnen Johannisbeere vor ihr mit sicherem Pinzettengriff widmet. Beeren essen. Eiskaffee schlürfen. Man soll’s mit dem Stress auch nicht übertreiben.

Und prompt steht der Sohn wieder in der Tür. Bleibt ruhig stehen. Guckt nach draußen. Lässt den Blick schweifen. Sieht keine Kumpel auf dem Spielplatz und setzt sich wieder in Gang. Ab auf den Stuhl. Beeren. Kaltgetränk.

Du bist ja halb nackig. – sage ich zu ihm.

Stimmt. – sagt er. Die Unterhose habe ich ausgezogen.

Dann hol’ Dir bitte eine neue aus Deinem Schrank und ziehe sie an. – sage ich. Und er bleibt prompt stehen. Allerdings nicht wegen mir. Sondern um den Schmetterling zu beobachten, den er auf einmal entdeckt hat.

Sohn, sage ich. Sohn, hol Dir bitte eine Unterhose und ziehe sie an.

Er steht nur da und folgt mit seiner Nase in knappem Abstand dem Schmetterling. Will zu meinem Kohlrabi!

Unterhose. – sage ich.

Großer Kohlrabi. – sagt er.

Unterhose! – wiederhole ich. Mit Nachdruck dieses Mal.

Schmetterling! – sagt er und steckt mit der Nase fast in den Margeriten, zu welchen sich das Vieh offenbar weiter bewegt hat.

Unterhose! – sage ich.

Schmetterling! Nein, lass das. Nein, Schmetterling, da darfst Du nicht mit spielen! – sagt der Sohn und verscheucht das böse Monster aus seinem heiligen Basilikum. An den darf nun wirklich niemand außer ihm heran. Da kann das Tier noch so niedlich sein, irgendwann ist Schluss mit lustig. Es gibt halt Grenzen. Wild um sich fuchtelnd vertreibt er den Störenfried und lässt erst locker als dieser auf und davon zu neuen botanischen Ballungsgebieten fliegt.

Zwei Minuten steht der Sohn noch da und guckt dem Falter hinterher. Als er sich sicher ist, dass dieser nicht zurück kommt, guckt er mich kurz an, dreht sich weiter um und stapft los in Richtung seines Zimmers.

Komm, Papa. Unterhose anziehen! – sagt er dabei beiläufig aber bestimmt. Leicht schüttelt er dabei den Kopf, offenbar darüber zweifelnd, wie ich so entspannt sitzen bleiben kann, anstatt ihn endlich mal aus seinem Bekleidungsdilemma zu erlösen.

Er hat noch viel zu tun. So in Erziehungsfragen.

Aus dem Regal

Heute: Moskauer Eis von Annett Gröschner

Cover von Moskauer Eis Es gibt Leute, die behaupten, der gemeine Wenderoman hätte sich komplett überlebt. Er sei nichts anderes als eine skurrile Erscheinung der 90er Jahre. Alt. Verstaubt. Nostalgisch verklärt. Ostzone bewundernd. Kitsch.

Was natürlich alles stimmt.

Mit Ausnahme von Señora Gröschners Moskauer Eis. Das spielt zwar im Osten. Zur Wendezeit. Mit quasi nostalgischem Blick in die DDR-Vergangenheit. Aber es passt trotzdem. Denn zum einen liegt der Osten in Magdeburg. Das traut sich sonst niemand. Und zum anderen beginnt das Buch mit einer Leiche. In einer Kühltruhe. Und ändert das Thema von dort auch nicht mehr wesentlich.

Es geht um Eis. Das ganze Buch hindurch. Gefrieren hier, Tiefgefrieren dort. Experimente mit Eiszutaten gibt es ebenso wie Dealerei mit tiefgefrorenem Schweinefleisch. Und natürlich geht es um die Kühltruhe, die bewohnte. Was sich dann zum Beispiel wie folgt liest:

»Supermacht Sowjetunion ist am Ende«, lese ich beim Hochgehen auf der ersten Seite der »Volksstimme«.

»Kannst rauskommen», sage ich zu Vater, »die Sowjetunion wird nie wieder eine Tabellenwertung bei Olympischen Spielen gewinnen.« Aber Vater interessiert sich nicht einmal mehr für Sport, eigentlich kann der in der Truhe gar nicht mein Vater sein. Falls er in zwei Monaten zur Winterolympiade nicht aufwacht, muß ich ihn wohl für tot erklären.

Und wer glaubt, dass die ganzen zu spät geborenen Jungspunde damit nichts anfangen können, irrt gewaltig. Denn das Eis aus den alten Zeiten, das gibt es wieder. Inklusive dieser kleinen Plastiklöffel, jenen vom Buchcover. Ganz feine Teile, mit Namen drauf. Bei denen eins ganz klar feststeht: früher, zu den alten Zeiten, also als ich das Eis noch auf Zehenspitzen stehend aus der Tiefkühltruhe geholt habe, ja, damals waren diese Plastiklöffel noch viel größer als sie heute sind.

Das habe ich auch dem Sohn gesagt. Er hat mich daraufhin mit großen Augen angeguckt, dann auf seinen Löffel geguckt, noch einmal mich angeguckt, verstohlen auf sein Eis geschielt, alles für einen hinterhältigen Trick gehalten und ohne ein Wort lieber weiter gelöffelt. Papa erzählt Geschichten von früher. Der Sohn genießt im Hier und Jetzt.

Einer von uns beiden macht etwas falsch.


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Frisch gelernt

Dass der Kindergarten für den Sohn ein wahres Bildungsparadies ist, wissen wir. So lernt er dort zwar nicht Fahrrad fahren, aber dafür ein paar Schritte auf dem Weg zum modernen Bildungsbürger, die zumindest ich ihm von Haus aus nur schwerlich mitgeben könnte. Ob es nun das selbstbewusste Mitgröhlen von musikalisch eingängigem Liedgut ist oder ob es um das Schaffen moderner Abstraktionskunst geht: Es würde mir jeweils schwer fallen, der Umwelt glaubhaft klar zu machen, dass sein unbestreitbares Naturtalent auf beiden Gebieten ausgerechnet durch meine Vorbildleistung so ausdrücklich zur Entfaltung kommt. Dann haben sie auch noch Bücher im Kindergarten. Bücher, welche wir zu Hause nicht haben. Und der Sohn liest und liest und freut sich.

Ihn abends nach Feierabend zu fragen, was er tagsüber so gearbeitet hat, ist dadurch eine wahre Freude. Bücher gelesen! – antwortet er gern. Lieder gesungen! – kommt vor. Einen Bus gebaut! – ist der letzte Schrei. Und: Wir waren unterwegs, auf einem Ausflug! – gibt’s an abenteuerlustigen Tagen. Er lernt für’s Leben. Es ist ein Traum.

Ganz neu ist jetzt jedoch: Wir haben die Mädchen geärgert!

Also, ich sag’s nochmal ganz deutlich: Von mir hat er das nicht.

Voll nachhaltig

Das Fahrrad ist eine ganz hervorragende Erfindung. Und das nicht nur, weil sein Schöpfer im gleichen Dorf geboren wurde wie der Sohn. Sondern weil es natürlich ein taugliches Fortbewegungsmittel auch für Kinder ist, der physischen Ertüchtigung zuträglich, ohne bemerkenswerte Abgase und Lärmbelästigung. Es ist halt nachhaltig und so.

Und es wird Zeit, dass der Sohn lernt, Fahrrad zu fahren. Das ist schließlich heutzutage ganz einfach geworden. Ich erinnere mich noch düster an meine eigenen Anfänge. Da gab es die Straße vor dem Haus, so einige hin und her führenden Anfahrtsmanöver, angetrieben durch väterliche Unterstützung und Motivationssprüche. Und es gab die erste richtig große eigenständige Fahrt entlang der gesamten Straße, ganz ohne externe Hilfe, dafür mit einem Baum am Ende und einer Acht im Vorderrad. Aber irgendwas ist ja immer.

Und heute ist es alles viel leichter. Denn der Sohn fährt schon seit geraumer Zeit sein Laufrad wie ein wahrer Profi. Kein Weg ist zu weit für die beiden. Kein Hügel zu hoch, um ihn nicht mit Schmackes herab zu rasen. Der Sohn und sein Laufrad: eine wahre Symbiose. Vollkommen ins Blut übergegangen ist ihm somit der für das Radfahren notwendige Gleichgewichtssinn, das Prinzip des Anfahrens, Bremsens, Anhaltens, Lenkens. Alles gar kein Problem.

Fehlt nur noch die Sache mit den Pedalen, dem Treten, der Gleichmäßigkeit und Koordination. Alles nicht so wild, denke ich mir. Der Nachwuchs geht schließlich in den Kindergarten, – denke ich weiter – dort haben sie so kleine Fahrräder und die Jungs üben darauf recht prächtig. Was auch stimmt. Der Sohn und sein Kumpel sind wie die Wilden mit dem Rad unterwegs. Es ist so ein Zweimannrad, ein Tandem quasi. Und quer durch den Garten, rund um den Baum, hinter den Schuppen: überall kommen sie hin mit ihrem Gefährt. Souverän und schnell sind sie dabei. Nicht immer zur Freude der Erzieherinnen oder abholenden Eltern.

Super, dann kann er ja jetzt Fahrrad fahren! – sage ich zur Dame des Hauses. Das war ja einfach. – freue ich mich.

Stimmt, – sagt sie, wenn er dabei nicht grundsätzlich immer hinten sitzen und seinen Kumpel fahren lassen würde. Ich glaube, er hat die eigentliche Arbeit delegiert und winkt während der Fahrt nur fleißig den zuschauenden Mädels zu.

Fahrrad fahren kann der Sohn also noch nicht. Aber eine wichtige Lektion für’s Leben, die hat er offenbar bereits gelernt. Verdammt selbständig, der Typ. Ich frage mich nur, wie nachhaltig das ist.

Aus dem Regal

Heute: Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein von Maximilian Buddenbohm

Buch des Herrn Buddenbohm Beim Blognachbarn, dem Herrn Buddenbohm mit seinen Herzdamengeschichten, gab’s mal so Texte, das ist schon eine Weile her, bei denen ging es gar nicht um die Herzdame. Und auch nicht um die Söhne. Bei denen ging’s statt dessen um Jugend, um Mädchen, um ein Mädchen ganz besonders, mit wilden Geschichten über Beziehungen, die gar keine waren; alles in einem Provinzkaff, immerhin an der Küste. Travemünde war das. Und was er davon so hielt, klang zum Beispiel so:

Der Bus fuhr fast ohne Halt durch das dunkle und unbelebte Travemünde. Wenn man nicht gerade nach Lübeck in die Disco fuhr, gab es wenig Grund, sich bei dem Wetter draußen herumzutreiben.

Eine vollkommene Liebeserklärung, quasi.

Da drüben, im Blog, da waren die Texte übrigens irgendwie fehl am Platz. Aber hier, so neu verpackt, auf Papier und zwischen zwei Buchdeckeln: da passt’s.

Freunde

Der Sohn ist ein routinierter Autofahrer. Geht es darum, so ein Gefährt zu benutzen, um irgendwo hin zu gelangen, diskutiert er nicht lange. Er steigt einfach ein, setzt sich hin, schnallt sich an, sorgt für Musik und erklärt allen anderen, was sie zu tun und zu lassen haben, damit es endlich los geht. Am besten gleich rauf auf die Autobahn. Man möchte schließlich irgendwo hin. Was soll man sich da groß mit Landstraßen und ähnlichen Schleichwegen abgeben?

Ist er erst mal drauf, auf seiner Autobahn, läuft es meist nach einem recht monotonen Muster ab: Anfänglich passt er noch gut auf, dass der Fahrer neben ihm nicht irgendwelche Anfängerfehler macht. Gern kommentiert er auch das skurrile Verhalten all der anderen Amateure in den Autos um ihn herum. Nach einer Weile kehrt dann etwas mehr Ruhe ein, der Sohn hat alles geregelt und für Ordnung gesorgt. Also lehnt er sich entspannt zurück, schließt seine Augen und gönnt sich seine wohl verdiente Ruhe während andere die Routinetätigkeiten übernehmen dürfen.

Am Ende wacht er wieder auf, stellt mit schnellem Kennerblick fest, dass die Reise wie erwartet verlaufen ist und quittiert das mit einer kurzen, knackig auf den Punkt gebrachten Bemerkung. Ob er da jetzt Bagger! oder Ostsee! ruft, kommt halt ganz darauf an, wo es gerade hin geht.

Wie oft der Sohn allerdings unterwegs ist und wie weit er dabei herum zu kommen scheint, das merkt man dann, wenn er sich nach dem Aufwachen die Augen reibt, einmal kurz aufblickt, feststellt, dass er auf einer Raststätte steckt, dort den Leuten in den anderen Autos, auf den Motorrädern und in den LKWs quasi beiläufig zunickt und zu uns nur lakonisch meint: Freunde. Alles meine Freunde.

Feminine Eleganz

Die sprachliche Entwicklung von Kindern ist eine faszinierende Angelegenheit. So war der Sohn schon im zarten Alter sprachlich effizient, wenn auch in der Benennung seiner Liebsten etwas unelegant. Ganz anders seine Schwester. Sie beginnt keineswegs mit dem, was unsereiner vielleicht als anfänglich lebensnotwendig bezeichnen würde. Eltern anreden etwa. Oder Spielzeug benennen. Alles Quatsch. Irgendjemand von den Eltern ist eh immer da und das Spielzeug nimmt man sich einfach, wenn man es braucht. Darüber groß Worte zu verlieren empfindet die kleine Dame als viel zu grob und ungehobelt. Sie mag es offenbar lieber vornehm dezent. Und sagt nur dann etwas, wenn sie selbst nicht weiter kommt. Dann ist es ihr allerdins so wichtig, dass sie gleich mit zwei Wörtern anfängt: Bitte und Danke.

Sitzt man also gemütlich in den Trümmern der von ihr sorgfältig zerlegten Spielzeugeisenbahn des großen Bruders, überreicht sie einem gern den gerade von ihr geretteten Lockführer, nicht ohne jedoch freundlich Bitte! zu sagen und damit auch klar zu machen, dass man ihm nicht nur die dringend benötigte weitere medizinische Versorgung zukommen lassen möchte, sondern auch noch brav Danke! zu sagen hat.

Nicht viel anders läuft es beim Essen. Dass gute Tischsitten wichtig sind, hat ihr schon der Bruder beigebracht. Schiebt man der kleinen Dame beim Frühstück also unausgeschlafen mürrisch und entsprechend wortkarg ihr Essen herüber, damit sie sich dem in Ruhe widmen kann, rührt sie es nicht an sondern wartet mit großen und entsetzt dreinschauenden Augen darauf, dass man freundlich lächelnd Bitte! dazu sagt. Danke. – sagt sie prompt, schnappt sich den Brocken und vernichtet ihn wie vorgesehen.

Kinder halten einem den Spiegel vor, heißt es bekanntermaßen. Woher sie diesen Hang zur pedantischen Korrektheit hat, überlege ich jedoch noch. Aber vielleicht sollte ich das einfach aussitzen und abwarten, bis sie ein paar Personen klar benennen kann. Wenn sie sich hier zumindest ein wenig an ihren Bruder hält, dann ist Papa nicht gerade bei der ersten Handvoll mit dabei.

Beruhigend. Auf eine Art.

Aus dem Regal

Die Enden der Welt von Roger Willemsen

Bekanntermaßen macht der Sohn gerade mit seiner Schwester Urlaub. Freundlicherweise haben sie uns Eltern auch mitgenommen. Sie brauchten wohl Fahrer und Leute, die den Essensnachschub sicher stellen. Alles andere bekommen sie auch gut allein geregelt.

Buchcover Wenn wir jetzt aber schon mal so charmant zum Abhängen verdonnert sind, können wir auch wieder mal ins Regal greifen. Irgendwo muss man schließlich hingucken, vor allem, wenn gerade mal kein Boot vorbei kommt, um bewundert zu werden.

Heute also Señor Willemsen mit einem Buch über das Reisen. Was bekanntermaßen nicht ganz das gleiche ist wie Urlaub machen. Und das Reiseverständnis des Autors hat passenderweise eine gerade durch die Gegend reisende Dame an anderer Stelle recht treffend zitiert. Das spare ich mir hier somit.

Und sage lieber, dass das Buch nicht nur Höhen sondern auch ein paar Längen hat. Dafür aber immerhin – und erwartungsgemäß – nicht nur dröge Landschaftsbeschreibungen bietet sondern auch Einblicke in sein Weltverständnis. Hier zum Beispiel:

… und ich denke, jeder sollte in seinem Leben einmal Opium geraucht haben. Jeder sollte wissen, was das Gehirn kann, und wer sagt: Dafür muss ich nur Berge erklimmen, Marathon laufen, von Klippen springen oder ganz schnell die Treppe hoch steigen der weiß nicht, wie viele Metamorphosen das wilde Tier durchmachen kann, das wir in unserem Schädel beherbergen.

Den Kindern habe ich das lieber nicht vorgelesen. Sie wirken auch so ausreichend entspannt.